Was ist Konjunktur oder Konjunkturpaket?

Konjunktur (Konjunkturpaket) – mit diesem Wort wird das regelmäßige Auf und Ab der Wirtschaft bezeichnet. Jede Volkswirtschaft weist eine bestimmte Produktionskapazität auf, die mehr oder weniger ausgelastet ist – entsprechend gut oder schlecht ist die Konjunktur.

Bedeutende ökonomische Größen, die Auswirkungen auf die Konjunkturlage haben beziehungsweise diese widerspiegeln, sind beispielsweise die Produktion, die Beschäftigung sowie die jeweiligen Preise und Zinssätze. Dadurch wird auch der Begriff von seinem lateinischen Ursprung her verständlich: Das Wort “coniunctura” (Verbindung) deutet auf die Lage hin, die sich durch Verbindung verschiedener Ereignisse ergibt. Der wichtigste Indikator für den Grad der Kapazitätsauslastung der Wirtschaft ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Die Änderungen der wirtschaftlichen Aktivität drücken sich in Konjunkturzyklen aus. Das Wachstum der Wirtschaft ist ein weitgehend anerkanntes ökonomisches Ziel, Schwankungen in der Produktivität sind jedoch kaum vermeidbar. Das Aktivitätsniveau der Wirtschaft kann an wellenförmigen Kurven abgelesen werden. Diese Kurven sind eine grafische Darstellung des Konjunkturzyklus.

Regelmäßigkeiten in diesen Konjunkturzyklen sind insbesondere als Anhaltspunkte für die Vorhersage wirtschaftlicher Entwicklungen interessant. Konjunkturprognosen gehören zum Service vieler Wirtschaftsagenturen – und das sowohl national als auch international. Aufschwungphasen wechseln sich ab mit Abschwungphasen, es gibt Zeiten der Hochkonjunktur und der Depression. Die Unsicherheiten der Vorhersagen beziehen sich vor allem auf den Zeitpunkt von Trendänderungen und das Ausmaß bestimmter Entwicklungen.

Konjunkturpolitik ist ein wichtiges Element staatlichen Handelns. Konjunkturprogramme, die sich förderlich auf die Entwicklung der Wirtschaft und die Bereitschaft der Firmen zu Investitionen auswirken sollen, werden auch unter den Politikern in Wien immer wieder diskutiert.

Konjunkturprogramme sollen für Preisstabilität, einen hohen Beschäftigungsstand, angemessenes Wirtschaftswachstum und ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht sorgen. Die Ziele können unterschiedlich sein: So will eine antizyklische Konjunkturpolitik einer aktuellen oder befürchteten Entwicklung entgegenwirken (um beispielsweise allzu große Schwankungen in der Konjunktur auszugleichen), eine prozyklische Politik dagegen zielt darauf ab, eine bereits im Gang befindliche Entwicklung zu fördern.

Das Auf und Ab der Konjunktur

Kredit
Kredit

Eine Abschwungphase im Konjunkturzyklus wird als Rezession bezeichnet. Von einer Rezession wird in Fachkreisen dann ausgegangen, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen das BIP stagniert oder zurückgeht. Im Wesentlichen sind Zeiten der Rezession durch pessimistische Prognosen gekennzeichnet – hier bewahrheitet sich wieder einmal die These, dass wirtschaftliche Entwicklungen, die sich zum Beispiel an den Börsen zeigen, sehr viel mit Psychologie zu tun haben: Die Erwartungen bezüglich der Zukunft wirken sich auf die gegenwärtige Bereitschaft, Aufträge zu erteilen oder anzunehmen, wesentlich aus. Dasselbe gilt für Angebot und Nachfrage.

Ein Konjunkturtief (Depression) ist dann erreicht, wenn die Wirtschaft über einen ungewöhnlich langen Zeitraum auf einem Tiefstand verharrt. Eine Depression zeichnet sich insbesondere durch Strukturkrisen (beispielsweise in der Industrie) aus, die mit hohen Arbeitslosenraten, fallenden Börsenkursen und sinkenden Preisen – nicht zuletzt aufgrund einer deutlich sinkenden Nachfrage – einhergehen. Die fehlende Bereitschaft der Unternehmen zu Investitionen wegen pessimistischer Prognosen kann in Zeiten eines Konjunkturtiefs nur bedingt durch sinkende Zinsen für Kredite ausgeglichen werden.

Expansive Phasen der Konjunktur werden als wirtschaftlicher Aufschwung bezeichnet. Die Produktion zeigt einen positiven Verlauf. Es werden mehr Waren hergestellt und mehr Dienstleistungen erbracht. Die Auftragsbestände in den Firmen steigen und die Arbeitslosigkeit sinkt.

Analysen der wirtschaftlichen Entwicklung deuten auf einen anhaltend guten Trend hin und bestätigen die allgemeinen Erwartungen an eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Die Zinsen sinken. Eine volle Auslastung der Wirtschaft ist in der so genannten Hochkonjunktur erreicht (Boom). In einer Phase des Booms kann jedoch auch eine Überhitzung der Märkte stattfinden. Es kann eine Marktsättigung eintreten, die eine erneute Abschwungphase einleitet. Ein Boom war in den letzten Jahren vor allem in China zu beobachten.

Konjunkturprognosen für Österreich

Konjunktur
Konjunktur

In fast allen Bereichen der Wirtschaft spielen die Erwartungen an den Verlauf der Konjunktur eine große Rolle. Welche Faktoren dafür bestimmend sind, lässt sich am Beispiel der Erwartungen für das Jahr 2013 aufzeigen, die Ende 2012 beziehungsweise im Jänner 2013 in Österreich vorherrschen. Zu diesem Zeitpunkt sorgen mehrere Indikatoren für eine Aufhellung der Stimmung: Die Konjunkturlage in Ländern, mit denen Österreich in wirtschaftlichem Kontakt steht (vor allem Deutschland), ist weitgehend positiv. Es wird erwartet, dass sich die guten Wirtschaftsdaten in Asien und den USA auch auf Europa auswirken, so lauten zumindest die Kommentare. Für einen Wermutstropfen sorgen allerdings die vorläufig noch negativen Arbeitsmarktprognosen: Erst 2014 wird mit einem leichten Rückgang auf 7,1 Prozent gerechnet.

2011 wuchs das BIP noch um 2,7 Prozent, 2012 nur um 0,4 Prozent (Statistik laut OeNB).

Eine Prognose der Bank Austria sagt für die österreichische Wirtschaft jetzt die Überwindung des aktuellen Tiefpunkts voraus: 0,9 Prozent Wachstum. Vor allem eine Analyse der vorherrschenden Stimmungslage in wichtigen Unternehmen lasse aktuell den Schluss zu, dass sich die Konjunktur Österreichs nach einer bisher negativen Entwicklung jetzt auf einem guten Weg befinde. Dafür sorge nicht zuletzt, dass sich in ganz Europa eine weniger restriktive Haushaltspolitik abzeichne, die der Wirtschaft Impulse setzen könne.

Die Entwicklung der Zinsen ist für die Konjunktur ebenfalls wichtig. Die Bank Austria erwartet Ende Dezember 2012 angesichts der noch zögerlichen Konjunkturbelebung nicht, dass die Leitzinsen nennenswert steigen. Insgesamt geht die Analyse von einer guten Entwicklung der Konjunktur wegen folgender Tendenzen aus: eine leicht rückläufige Inflation (knapp über 2 %), eine – wenn auch mit Verspätung eintretende – Besserung auf dem Arbeitsmarkt, steigende Löhne (die sich positiv auf Kaufkraft und Konsum auswirken werden) sowie die besagte internationale wirtschaftliche Entwicklung und die positive Stimmung in der Wirtschaft.

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